Der Altar

Der Altar
Altarfiguren

In seiner eigentümlichen Formgebung kennzeichnet der Altar einen Übergangsstil von der niederdeutschen Spätrenaissance bis zum niederdeutschen Barock.Dieser Stufenaltar versinnbildlicht in besonderer Weise die neu entdeckte Glaubenslehre des Protestantismus.Er zeigt deutlich, dass die Kirche auf der Lehre der Propheten und Apostel gebaut ist:

Gewissermaßen als Fundament stehen über ihren besonderen Symbolen die vier Evangelisten, in ihren Händen tragen sie ein Brevier: ein aufgeschlagenes Buch und einen Hirtenstab. Darüber stehen neben der Bundeslade Aaron mit dem Weihrauchkessel und Mose mit den Gesetzestafeln.

Auch in der bildlichen Darstellung des Altares will man auf die entscheidenden Tatsachen der protestantischen Heilslehre hinweisen: Das Abendmahl als Mitte der Gemeinschaft, die Kreuzigung als die Erlösungstat, dann als eine Besonderheit zwei Bilder zur Rechten und zur Linken: das erste, die Grablegung und dazu der Engel mit dem Schlüssel, der darauf hindeutet, dass Christus das Totenreich aufgeschlossen hat, das zweite, die Auferstehung und dazu der Engel mit dem Anker, der darauf hindeutet, dass die Auferstehung Christi der Hoffnungsanker der Christen ist. Darüber befindet sich ein Bild der Himmelfahrt Christi als Verdeutlichung des ewigen Herrschaftsanspruches. Ein ganz besonderer Schluss des hohen Altars bildet die Figur mit dem Lamm auf der Schulter – sie lässt Raum für Interpretationen, ist aber Sinnbild für Rettung, Heimkehr und Vergebung. Dieser Ausdruck der Liebe Gottes in Jesus Christus hat das sonst als Krönung übliche Auge Gottes nicht ganz verdrängt, es ist auf der oberen Hälfte des Altars abgebildet.

An den Seiten des Altars - wie bei alten friesischen Uhren - sind zwei große Meerweibchen als typische Versatzstücke angebracht. Die als Medaillons eingefassten Wappen deuten den Wechsel der regierenden Häuser an. Links ist das Wappen des 1667 verstorbenen oldenburgischen Grafen Anton Günther, rechts ist das Wappen der nachfolgenden Reichsgrafen von Aldenburg, der Bentincks. Danach dürfte dieser protestantische Altar um 1700 angefertigt worden sein.

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